Vorbereitung auf den Winter beginnt im November Bereits im November haben sich die Betriebe im rheinischen Revier auf die kalte Jahreszeit vorbereitet. „Wir erstellen für jede Betriebsstätte einen detaillierten Ablaufplan, der nach Wichtigkeit der Systeme gestaffelt ist“, erläutert Dr. Dieter Gärtner, Spartenleiter Tagebaue bei RWE Power. Für die Braunkohlengewinnung bedeutet das: Zunächst werden die Feuerlöscheinrichtungen auf einen permanent fließenden Betrieb umgestellt und damit frostsicher gemacht. Nicht benötigte Wassersysteme werden wie in jedem Privathaushalt einfach entleert. Fallen die Temperaturen unter Null Grad, werden die zur Schmierung notwendigen Öle zähflüssig. Deshalb ist für das Öl in den Getrieben und Motoren der Bagger, Bandantriebe und Absetzer Vorsorge zu treffen, zum Beispiel durch Begleitheizungen in den Ölwannen. Auch alle anderen Fahrzeuge präparieren die Spezialisten im Tagebau für Frostperioden. Bei Schneefall oder Eisbildung werden alle Kohletransport-bänder vorsorglich angefahren, um eine Verstopfung an den Übergabestellen oder ein Festfrieren zu vermeiden. „Da man eine wetterbedingte Störung nie ganz ausschließen kann, füllen wir die Kohlebunker unserer Tagebaue zusätzlich. Damit haben unsere Kraftwerke und Veredlungsbetriebe immer eine ausreichende Reserve zur Verfügung“, so Gärtner weiter. Eisenbahnbetrieb spielt zentrale Rolle bei Versorgung der Kraftwerke Eine zentrale Rolle in der Lieferkette kommt dem unternehmenseigenen Eisenbahnbetrieb zu, der die Kraftwerksstandorte Niederaußem und Neurath, sowie die Veredlungsbetriebe über die Schiene mit Braunkohle beliefert. „Um die Kraftwerke bei Volllast mit Brennstoff zu versorgen, müssen täglich 150 Züge über durchschnittlich 25 Kilometer rund 200.000 Tonnen Braunkohle transportieren“, erläutert Gärtner. Damit dies auch bei eisigen Temperaturen funktioniert, werden nicht nur die Weichen, sondern auch der Fahrdraht beheizt. Zudem muss sich der automatisierte Zugbetrieb gegen frostbedingte Anbackungen der Kohle in den Waggons wappnen. Dazu sind diese mit einem speziellen Kunststoff ausgekleidet. Aber auch die Mechanik der Kohleanhänger ist von den niedrigen Temperaturen betroffen. „Nach elf Jahren mussten wir in diesem Winter erstmalig wieder die Klappen zum Entladen der Anhänger beheizen“, hebt Dieter Gärtner hervor. Dazu wird der Mechanismus alle sechs bis acht Stunden mit glühenden Briketts in speziell dafür vorgesehenen Taschen erwärmt. Auch Kraftwerke bereiten sich auf den Winter vor Wichtiger Bestandteil der Prozesskette sind die Kraftwerke, die die geförderte Braunkohle auch bei diesen extremen Witterungsverhältnissen zuverlässig verstromen. Auch hier wurden zahlreiche Maßnahmen eingeleitet, um den Kraftwerksbetrieb im Winter sicherzustellen. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Ansaugung von Frischluft für den Verbrennungsprozess. Während die Einlasskanäle im Sommer für frische und kühle Luft sorgen, müssen sie jetzt möglichst dicht sein. Die Luftansaugung erfolgt dann aus dem warmen Kesselhaus. Die zahlreichen Rolltore werden auf ihre korrekte Schließung überprüft. Eine Begleitheizung schützt wichtige Messleitungen zusätzlich vor niedrigen Temperaturen. Um den Winterdienst gewährleisten zu können, erhöhen die Kraftwerke die Anzahl der in Bereitschaft stehenden Mitarbeiter. Ihre Aufgabe ist es, bei Frostgefahr die Verkehrswege innerhalb und teilweise auch außerhalb des Kraftwerks schnee- und eisfrei zu halten. Ein reibungsloser Kraftwerksbetrieb setzt immer genügend Kühlwasser voraus. „Ohne die umsichtige Arbeit der rund 600 Mitarbeiter in unserem Bohr- und Wasserbetrieb gäbe es im Winter kein Wasser und der gesamte Betrieb käme zum Stillstand. Die Aufrechterhaltung der Wasserförderung für Kraftwerke und Trinkwasserbetriebe stellt die Mitarbeiter vor große Herausforderungen“, verdeutlicht Gärtner. Auch hier beginnen bereits Anfang November die Vorbereitungen. Leitungen werden in Isoliermaterial eingepackt und Anlagen, wenn nötig, mit Begleitheizungen versehen. Vor allem die empfindlichen oberirdischen Teile einer Brunnenanlage müssen durch gesonderte Isolierungen vor Frost und Eis geschützt werden. Da der Bohr- und Leitungsbau in dieser Zeit ruht, können sich die Mitarbeiter ganz den Enteisungs- und Reparaturmaßnahmen widmen. „Solche Leistungen sind nur mit einer hoch motivierten Betriebsmannschaft zu schaffen, die auch bei extremen Witterungsbedingungen ihre Aufgabe mit höchster Präzision erfüllt“, lobt RWE Power Vorstand Matthias Hartung. Eine Leistung, die dem ganzen Land zugute kommt. „Der Gasstreit und die extremen Wetterbedingungen zeigen eines ganz deutlich: Wer einseitig auf einen Energieträger setzt, gefährdet den Industriestandort Deutschland. Auch wenn es altmodisch klingt: Ein breiter Energiemix bietet die beste Gewähr für eine zuverlässige, wirtschaftliche und klimafreundliche Stromversorgung. Das heißt für uns in Deutschland: Die heimische Braunkohle muss in Zukunft eine wichtige Säule in unserem Portfolio bilden.“ Quelle: Manfred Lang, RWE Power Aktiengesellschaft, Unternehmenskommunikation/Energiepolitik Fotos: BMTV Regionalfernsehen |